Mit autistischen Störunen leben lernen
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Was bedeutet Autismus?

 
  Autismus gehört laut Definition der Weltgesundheitsorganisation zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Menschen mit autistischen Störungen nehmen aufgrund einer Wahrnehmungsverarbeitungsstörung sich und die Welt anders wahr. Sie haben vor allem Schwierigkeiten, Bedeutungen und Regeln innerhalb von Kommunikation und sozialem Verhalten zu erkennen.

Dies ist vergleichbar mit einer Situation, in der man eines Tages in einem fremden Land aufwacht, in dem das Verhalten der Menschen, ihre sozialen Regeln und ihre Kommunikation unverständlich sind und es keine Möglichkeit gibt, die Wahrnehmungen zu einem sinnhaften Ganzen zusammenzusetzen.
Der daraus resultierende Stress gibt nur annähernd eine Vorstellung davon wieder, was Autismus für jeden Betroffenen bedeuten kann.

Die Unterstützung und Versorgung dieser Menschen ist trotz vielfältiger Initiativen unzureichend. Dies bestätigen Eltern von Menschen mit autistischen Störungen, die oft beschwerliche Wege gehen müssen, wenn sie für sich und ihre Kinder nach geeigneter Hilfe suchen.

 

Autismus ist gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

 

  • gestörte Entwicklung der verbalen und nonverbalen Kommunikation

  • Beeinträchtigung im Sozialverhalten und im Verständnis sozialer Regeln

  • eingeschränkte Interessen und Handlungsspielräume
    (Mangel an Flexibilität, Widerstand gegen Veränderungen, Beharren auf Routinen, stereotype Verhaltensweisen)
 

Hinzu kommen oft noch sensorische Beeinträchtigungen, z.B. eine verlangsamte Verarbeitung von Sinneseindrücken, eine Über- oder Unterempfindlichkeit gegenüber bestimmten Reizen wie Geräusche, Licht, Hitze, Kälte, Berührung.



Es kann für die Betroffenen schwer sein, einmal Erlerntes von einer Situation auf die andere übertragen zu können. Das bedeutet, dass die Person sich jedes Mal aufs Neue mit ihrer Umwelt auseinandersetzen muss, ohne auf die Sicherheit von Gewohntem zurückgreifen zu können.


Autismus muss nicht mit einer geistigen Behinderung einhergehen, doch wird vermutet, dass ca. 50% der Menschen mit Autismus gleichzeitig geistig behindert sind. Die Feststellung des Grades der intellektuellen Beeinträchtigung ist jedoch aufgrund der Verhaltens- und Kommunikationsschwierigkeiten oftmals schwierig.

Das Sozialwerk St. Georg e.V. in Gelsenkirchen und die v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel in Bielefeld haben ihre Angebote hinsichtlich der Betreuung autistischer Menschen erweitert. Speziell für den Personenkreis, der neben einer autistischen Störung und geistigen Behinderung zusätzlich einen Großteil ihres Lebens in stationären Einrichtungen verbringen, sind Wohngruppen und Werkstattgruppen entstanden, die auf die besonderen Bedürfnisse autistischer Menschen zugeschnitten sind.

Dabei wird konzeptionell auf der Basis des TEACCH-Programms gearbeitet, das in den USA entwickelt wurde und auch in anderen europäischen Ländern (z.B. Schweden, Dänemark, Belgien, Großbritannien) seit vielen Jahren erfolgreich angewandt wird.


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