Stiftung Sozialwerk St. Georg

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Eingeschränktes Verhaltens- und Interessensrepertoire

Detailwahrnehmung

Autistische Mensche reagieren häufig schnell erregt bei Veränderungen in der Umwelt und in Routinen, selbst dann wenn es sich in den Augen anderer um geringfügige Veränderungen handelt. Sie scheinen Details deutlicher wahrzunehmen. Ihre Wahrnehmung kann mit der Funktion eines Punktscheinwerfers verglichen werden, der einen kleinen Bereich intensiv ausleuchtet, das Ganze aber nicht überblicken kann. Sie orientieren sich stärker an Einzelheiten und erkennen häufig nicht den Gesamtzusammenhang. Fehlen dann genau diese für sie sinnstiftenden kleinen Details, so kann dies dazu führen, dass für die Person mit Autismus die gesamte Situation bzw. Handlung ihre bekannte Bedeutung und Sinnhaftigkeit verliert.
Die Folge davon ist Stress, der sich in Angst- und Panikreaktionen zeigt.

Auf diesem Hintergrund erscheinen das oft beobachtete Beharren auf Gleichförmigkeit und ritualisierte oder sogar zwanghafte Verhaltensweisen als angemessene Versuche, die Bedeutung der Situation zu erhalten und die Orientierung in der Umwelt wiederzufinden.

Einschränkungen in der Handlungsorganisation

Einschränkungen in der Handlungsorganisation führen dazu, dass autistische Menschen einen Mangel an Eigeninitiative zeigen. Bleibt eine Person mit Autismus passiv und wird sie nicht tätig, so bedeutet dies nicht unbedingt, dass sie eine Handlung nicht ausführen möchte, sondern es kann darauf hinweisen, dass sie nicht weiß, wie sie eine Aktion beginnen, durchführen und beenden soll. Dies gilt auch für Handlungen im Bereich Sozialverhalten. Oft haben autistische Personen durchaus Interesse an sozialen Interaktionen, wissen jedoch nicht wie sie soziale Kontakte angemessen initiieren können und wirken daher desinteressiert.

Besonderheiten bei der Freizeitgestaltung

Die Schwierigkeiten in der Handlungsorganisation und im Initiieren von Sozialkontakten wirken sich besonders massiv auf die Freizeitgestaltung aus, in der beide Kompetenzen in hohem Maße gefordert sind. Sind diese eingeschränkt, so führt unstrukturierte Freizeit oft zu Orientierungslosigkeit und Überforderung. Daher zeigen Personen mit Autismus gerade in diesen Zeiten vermehrt stereotype Verhaltensweisen; diese können sich in Form von Bewegungstereotypien äußern oder als immer gleichbleibender Umgang mit den gleichen Materialien oder auch durch intensive Beschäftigung mit demselben eingeschränkten Interessensbereich.

Einige Personen mit Autismus können in diesen umschriebenen Bereichen herausragende Leistungen zeigen, die im krassen Gegensatz zu den massiven Beeinträchtigungen in den anderen Bereichen wie lebenspraktische Kompetenzen und soziale Fähigkeiten stehen.

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Internationale Fachtagung

22.-23.05.2019

Autismus und Beziehungen - Unterschiedliche Perspektiven

Autism and Relationships - Different Perspectives

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.